Folge 4 - Bildung

Hefter oder Tablet?

In einem Gespräch zwischen einem erfahrenen Schulleiter und einem Lehramtsstudenten prallen unterschiedliche Generationen und Perspektiven aufeinander: Wie Schule zwischen früher digitaler Integration und klaren Grenzen den richtigen Weg sucht.

Von Johanna Flint, Livia Müller und Susanne Enderlein

Wenn wir Schüler in der digitalen Welt allein lassen, ist das unterlassene Hilfeleistung“, sagt Schulleiter Stephan Baier. In diesem Punkt ist er sich mit dem deutlich jüngeren Lehramtsstudenten Jannis Langer einig. Im Gespräch zeigt sich aber: Beide Männer haben unterschiedliche Vorstellungen, wie Schule sich an die veränderte Lebenswelt anpassen soll.

Im Format „Sag du mal“ der Volontäre von Volksstimme und Mitteldeutscher Zeitung treffen Generationen aufeinander und sprechen über Themen, bei denen die Meinungen auseinandergehen. In der vierten Folge steht das Thema Bildung im Fokus. Zu Gast sind Stefan Baier und Jannis Langer, die sich nicht nur in ihrem Alter, sondern auch in ihrer beruflichen Erfahrung unterscheiden.

Verschiedene Erfahrungen

Der 40-jährige Stephan Baier ist Schulleiter eines Gymnasiums in Landsberg im Saalekreis. Er gehört zur Generation der Millennials und erlebte, wie der Unterricht nach und nach digitaler wurde. „Mir ist wichtig, dass Kinder merken, dass es außer der digitalen auch noch eine analoge Welt gibt“, erklärt der Schulleiter. „Ein Erstklässler sollte maximal 45 Minuten vor dem Tablet sitzen.“

Jannis Langer, 27 Jahre alt, gehört dagegen zur Generation Z. Er studiert Lehramt in Halle und arbeitet als Aushilfslehrer an einer Berufsschule. Für ihn ist klar: Schule muss sich stärker anpassen. „Wir müssen als Schule aufhören zu ignorieren, dass es eine Welt gibt, in die sich unsere Schüler leichtsinnig stürzen“, sagt der Student.

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